Zu Beginn der Rotunde ist der Blick auf ein Tier mit eigenartigen Formen gerichtet, das Einhorn. An erster Stelle in der Abfolge der Bilder scheint es alle übrigen Tiere auf dieser Wandseite in den Hintergrund der Galerie zu drängen.
Die Darstellung weist wellenartige Linien auf, die darauf schliessen lassen, dass es sich um einen Feliden handelt: viereckiger Kopf, vorstehender Widerrist, ausgedehnter Bauch, kräftige Pfoten. Auf jeden Fall verlängern zwei gerade Hörner diese Darstellung um ein Drittel, was dazu verleiten könnte, dieses Tier in die Kategorie der Fantasietiere einzuordnen. Zahlreiche Interpretationen wurden schon vorgeschlagen, jedoch ist keine zufriedenstellend.
Dennoch stellt man fest, dass die Karnivoren, vor allem die Feliden oft eigenartig wiedergegeben sind, fast so, als wollte man sie verstecken. Sie sind dargestellt in den weiter hinten gelegenen Bereichen oder inmitten anderer Darstellungen.
Vielleicht ist der Zusatz der Hörner an diesem katzenartigen Körper ein Verkleidungsversuch, Zweideutigkeit der Lesung mit identischer Wirkung?
Die Umrisse dieses Tieres wurden mittels Versprühtechnik ausgeführt. Lediglich die zwei „ Hörner“ wurden mit dem Pinsel gezeichnet.
© Ministère de la Culture/Centre National de la Préhistoire/Norbert Aujoulat
© Ministère de la Culture/Centre National de la Préhistoire/Norbert Aujoulat
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