Diese Darstellung eines Auerochsen erster grosser Stier, dominiert als grossartige Figur den Fries der Schwarzen Pferde und ist in Richtung des hinteren Höhlenteils orientiert. Mit einer Länge von 3,50 m vom hintersten Ende der Rückenlinie bis zur Schnauze nimmt er die ganze Höhe des Panneaus von 3 m ein. Diese Proportionen scheinen durch die zahlreichen Figuren von Pferden und Hirschen, die ihn umgeben oder überlagern, abgemildert zu sein. Dennoch ist nur das Vorderteil gezeichnet. Die vielen Pferde, die sich im Bereich des Hinterkörpers befinden, haben es sicherlich nicht erlaubt, das Tier vollständig wiederzugeben. Vollständig gemalt wäre diese Darstellung die imposanteste in der paläolithischen Höhlenkunst gewesen.
Die Details des Kopfes und des Vorderkörpers sind zahlreich: das Auge, das Ohr (trapezförmig), sehr dichter Haarknoten, die Schnauze mit gut ausgearbeiteten Umrissen und auch die Darstellung des Felles durch Tüpfelung sind graphische Elemente, die auch bei mehreren Boviden zu finden sind. Diese Verwandtschaft der graphischen Elemente könnte vermuten lassen, dass es sich um das Werk ein und derselben Person gehandelt hat. Allein die Hörner sind einzigartig, fast symmetrisch, im Gegensatz zu den anderen Stierdarstellungen. Die Technik bei der Darstellung der Stiere ist auch sehr ähnlich: der obere Bereich ist mit dem Pinsel und/oder in der Tupftechnik ausgeführt, während der untere Bereich durch Pulverisierung des Farbstoffes wiedergegeben ist.
Diese Zeichnung des Auerochsen unterscheidet sich farblich von den anderen Auerochsen durch die rote Übermalung des Widerristes, der zwei Hörner und des Haarknotens, also der Linien, die sich im oberen Bereich des Kunstwerkes befinden. Diese rote Übermalung ist nach dem Auftragen der schwarzen Farbe erfolgt.
© Ministère de la Culture/Centre National de la Préhistoire/Norbert Aujoulat
© Ministère de la Culture/Centre National de la Préhistoire/Norbert Aujoulat
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